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Montag, 15. April 2024

POL-DA: Lampertheim: Wissen statt Wegschauen: Projekttag gegen sexuellen Missbrauch an Alfred-Delp-Schule

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Lampertheim (ots) –

Das Polizeipräsidium Südhessen, der Kreis Bergstraße und weitere Partner sensibilisieren Schülerinnen und Schüler der Alfred-Delp-Schule für Phänomene wie „Cybergrooming“

Die Fallzahlen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen sind laut Polizei zuletzt auch in Hessen deutlich gestiegen. Die Sicherheitsbehörden schätzen die Dunkelziffer als hoch ein. Die Opfer leiden meist ihr Leben lang unter den Taten. Durch die digitalen Medien gibt es für Täter inzwischen neue Wege, sich potenziellen Opfern anzunähern. Im vergangenen Sommer starteten der Verein Bürger und Polizei Bergstraße e. V., die Rotary Clubs der Region sowie das Polizeipräsidium Südhessen eine Kampagne unter dem Namen „Brich Dein Schweigen – hinter jedem Missbrauch steckt ein Gesicht“. Dieser Kampagne hat sich auch der Kreis Bergstraße angeschlossen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu schützen und die Täterinnen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Zum ersten Mal an einer hessischen Schule fand in diesem Rahmen nun an der Alfred-Delp-Schule in Lampertheim ein Projekttag für die sechste Jahrgangsstufe statt.

„Der Kampf gegen sexuellen Missbrauch hat auch für uns als Kreis höchste Priorität. Dazu gehört auch, den Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln. Gerade weil die Digitalisierung so wichtig für die Zukunft unserer Gesellschaft ist, müssen wir Kinder und Jugendliche dabei stärken, dass sie sich sicher durch das Internet bewegen können“, sagt Landrat Christian Engelhardt. „Der Schutz von Kindern vor Missbrauch ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich bin daher allen Beteiligten dieser Kampagne und der Alfred-Delp-Schule sehr dankbar, dass wir dieses wichtige Thema gemeinsam in den Fokus stellen“, so die Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernentin Diana Stolz.

Polizeivizepräsident Rudi Heimann betonte die Rolle der Eltern, die Altersgrenzen beachten sollten (Kein Bildschirm unter 3, keine eigene Spielkonsole unter 6, kein Internet unter 9 und kein unbeaufsichtigtes Internet unter 12 Jahren) und dabei ihrer Erziehungsverantwortung durch regelmäßige Gespräche und angemessene Überwachung nachkommen sollten. Viele Eltern wissen nicht, welche Möglichkeiten und damit Gefahren hinter den Geräten stecken und fühlen sich zum Teil auch überfordert. Auch daher sei die stetige altersangemessene Aufklärung der betroffenen Kinder und Jugendlichen der richtige Weg.

Was kann ich tun, wenn jemand im Internet Nacktfotos von mir verbreitet? Wie erkenne ich falsche Profile im Netz? An wen kann ich mich wenden, wenn ich von jemandem belästigt werde? Mit solchen Fragen konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei dem Projekttag an eine ganze Reihe von Expertinnen und Experten wenden. Ihnen standen dabei die Kriminalhauptkommissarin Nicole Lenz, die Polizeihauptkommissarin Tina Antoni, die Polizeioberkommissarin und Schulbeauftragte für Lampertheim Christina Wegerle, der Kriminalkommissar und Jugendkoordinator der Polizeidirektion Bergstraße Johannes Emanuel Hofmann sowie Tobias Knapp, Psychologe des Staatlichen Schulamtes Heppenheim Rede und Antwort.

Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler einen Dokumentarfilm angesehen, der sich mit dem Phänomen Cybergrooming beschäftigt. Die Täter stellen hierbei über das Internet, oft über die Sozialen Medien, gezielt Kontakt zu Minderjährigen her, versuchen ihr Vertrauen zu gewinnen und belästigen sie dann entweder digital oder versuchen den Kontakt in die reale Welt zu verlagern. Wie man solche Versuche erkennt und wie man ihnen begegnen kann, wurde zuvor und danach auch im Unterricht aufgearbeitet.

Das Ziel des Projekttages: Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass es Schutzmechanismen und Hilfsangebote gegen sexuellen Missbrauch und Phänomene wie Cybergrooming gibt – und dass sie nicht alleine sind, wenn es sie einmal betreffen sollte. Projekttage an weiteren Schulen im Kreis Bergstraße sind bereits in Planung.

Mehr Informationen über die Kampagne „Brich Dein Schweigen – hinter jedem Missbrauch steckt ein Gesicht“ gibt es im Internet unter:
https://ppsh.polizei.hessen.de/Ueber-uns/Regionales/Kampagne-Brich-Dein-Schweigen/

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Südhessen
Pressestelle
Klappacher Straße 145
64285 Darmstadt
Bernd Hochstädter
Telefon: 06151 / 969 – 13110
Mobil: 0172 / 309 7857

Pressestelle (zentrale Erreichbarkeit)
Telefon: 06151 / 969 – 13500
E-Mail: [email protected]

Original-Content von: Polizeipräsidium Südhessen, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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