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Mittwoch, 17. Juli 2024

Obstbäume im Kübel: So klappt es mit der eigenen Ernte auf Balkon und Terrasse

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Frankfurt/Main (ots) –

Apfel, Birne oder Nektarine – nahezu jede Obstart, ob heimisch oder exotisch, ist auch als Obstgehölz für Balkon und Terrasse erhältlich. Und wer den Platz an der Sonne mit einem Zitronen- oder Orangenbäumchen teilt, genießt Urlaubsfeeling ganz ohne Flug in den Süden – wenn man aktuell überhaupt einen Urlaubsflug bekommt. Wie wäre es also mit der eigenen Ernte von Zitronen, Pfirsichen oder Kirschen? Grundsätzlich kein Problem, denn Obstgehölze fühlen sich nicht nur in einem großen Garten wohl, sondern sind auch als Kübelpflanzen auf Balkon und Dachterrasse ideal – ohne viel Schnittarbeit oder aufwändige Pflege. Notwendig ist eventuell nur etwas Planungshilfe vorab. Dann steht der Ernte des Lieblingsobstes direkt vom heimischen Balkon nichts mehr im Wege.

Das 1×1 des urbanen Obstgartens – Kübelgröße, Fruchtart, Wuchsform

Neben der Entscheidung für eine Obstart ist zunächst die Platzfrage für die Pflanzgefäße zu klären. Hochwachsende Obstgehölze benötigen Pflanzkübel mit mindestens 50 cm Durchmesser. Das bietet nicht nur dem Obstbaum den ausreichenden Platz, sondern hat auch gleichzeitig die richtige Standfestigkeit für stürmische Tage.

Genau wie im Garten, lieben es die meisten Obstbäume sonnig und warm. Ein geschützter Südbalkon ist daher ein idealer Standort. Aber auch halbschattige Außenbereiche bieten vielen Obstarten und -sorten den passenden Lebensraum. Bei der Frage, welcher Obstbaum sich am besten für den eigenen Balkon eignet, empfiehlt der Industrieverband Agrar e. V. (IVA), sich von Gartenbaufachkräften beim Einkauf beraten zu lassen. Pflanzenexpertin Dr. Regina Fischer erläutert: „Im Gartenfachhandel oder in der Baumschule können sich gerade Einsteiger wertvolle Tipps holen und die passenden Obstbäume direkt vor Ort auswählen.“

Zudem erfährt man hier die neuesten Trends beim urbanen Obstgehölz, wie Dr. Fischer weiß: „Derzeit sind zum Beispiel Feigenbäume für den Balkon sehr beliebt. Das Besondere: Brauchen die gängigen Feigenbäume aus südlichen Ländern die Befruchtung durch Schlupfwespen, die in Nordeuropa aber nicht vorkommen, gibt es hier eigens gezüchtete Feigenbäume, die selbstbefruchtend und damit optimal für Balkon und Terrasse sind.“

Damit es mit der eigenen Ernte auch wirklich klappt, ist die Sortenwahl auch bei heimischen Obstgehölzen wichtig, denn gerade Gartenklassiker wie Apfel- oder Birnbäumchen sind nicht selbstbefruchtend. Gartenexperten haben mit so genannten Mehrfruchtbäumen oder der paarweisen Zusammenstellung von Obstbäumen die richtige Lösung parat.

Nicht zuletzt spielt auch die passende Wuchsform für den eigenen Obstgarten eine Rolle. Dabei geht es um die Entscheidung, ob besser Zwergobst- oder Säulenobstbäume im heimischen Mini-Garten Einzug halten sollen. Letztere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit auf begrenzten Flächen, da sie, wie es der Name verrät, schmal in die Höhe wachsen. Hierzu gehören unter anderem diverse Sorten an Säulensüßkirschen oder auch Säulenkiwi. Sie können je nach Sorte bis zu 3 Meter hoch werden, sind also für Anbaubalkone und Dachterrassen geeignet. Die Früchte wachsen direkt am Stamm, so dass diese Bäume bei guter Pflege sehr ertragreich sein können. Zwergobstbäume wie zum Beispiel Zwergapfel oder Zwergnektarine hingegen sind kleinbleibende Obstgehölze, da sie von Natur aus schwach und kompakt wachsen mit maximal 1,5 Meter Höhe. Sie können bereits im ersten Jahr eine gute Ernte liefern und sind damit die richtigen Bäume für alle, die es kaum abwarten können, die eigenen Früchte in den Händen zu halten.

Von der Theorie zur Praxis: Tipps für das richtige Umtopfen

Wenn die Wahl getroffen ist und die frisch gekauften Obstbäume auf Balkon oder Terrasse abgeladen werden, folgt der praktische Teil der Kübelbepflanzung in vier Schritten, wie der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) empfiehlt:

1. Jedes Pflanzgefäß muss mit einem Loch am Boden versehen werden, damit sich kein Stauwasser bildet.

2. Als Grundlage dient eine Drainage-Schicht, zum Beispiel aus Blähton.

3. Anschließend wird das Obstgehölz mit ausreichend bewässertem Ballen entweder in eigens für Obstbäume geeignetes Substrat oder Komposterde gepflanzt. Damit die Obstbäume gut gedeihen und lange ertragreich sind, benötigen sie zudem eine optimale Versorgung mit Nährstoffen. Dazu eignet sich zum Beispiel Langzeitdünger, der den Gehölzen gleich beim Umtopfen verabreicht wird und so das Nachdüngen erspart.

Die Wahl des Langzeitdüngers ist beim Blick auf die breite Angebotspalette nicht immer einfach. Dr. Fischer hilft bei der Auswahl: „Da Obstgehölze im Kübel auf einem Balkon oder einer Dachterrasse viel Sonne tanken, haben sie einen erhöhten Nährstoffbedarf. Daher empfiehlt sich ein aus Stickstoff, Phosphor und Kalium kombinierter Langzeitdünger, ein sogenannter NPK-Dünger, mit einem erhöhten Stickstoff-Anteil. Das sorgt für grüne Blätter und kräftiges Wachstum.“ Viele Hersteller kennzeichnen im Sinne des Verbrauchers einen solchen Dünger bereits als Balkon-, Kübel- oder Terrassendünger. Er kann sowohl in flüssiger Form als Granulat oder konzentrierte Stäbchen gegeben werden. Wichtig ist aber ein achtsamer Umgang, um den Pflanzen nicht zu schaden. Dazu zählt, dass die Dosierung nach den Packungsvorgaben erfolgen sollte und die Obstgehölze nur zur Triebzeit, also vorrangig von Frühjahr bis Frühsommer, gedüngt werden sollten. Im Zweifel lohnt sich auch hier der Expertenrat im Fachhandel.

Übrigens: Die meisten Obstbäume im Kübel können sowohl im Herbst als auch im Frühling umgetopft werden. Kauft man sie im Sommer, belässt man sie einfach bis zum Herbst in ihrem ursprünglichen Topf.

Vorkehrungen für die sichere Überwinterung

Und was passiert, wenn alles geerntet ist, der Herbst ausklingt und die Tage kälter werden? „Kein Problem“, sagt Dr. Fischer, „Gerade die hiesigen Obstbäume wie Apfel- oder Birnbaum brauchen nur ein paar wenige Maßnahmen“ und gibt folgende Tipps:

– Ist eine Wand zur Südseite vorhanden, sollten die Kübel dort gegen die Hauswand gestellt werden, um von der Wintersonne zu profitieren.

– Gleichzeitig sollten die Gefäße mit Vlies oder anderem Isoliermaterial eingepackt werden, um die Wurzeln etwas vor Frost zu schützen. Idealerweise wird die Erde bedeckt, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.

– Da die Obstgehölze im Winter einen geringeren Wasserbedarf haben, reicht es aus, in regelmäßigen Abständen den Boden zu prüfen und nur bei Bedarf in Maßen zu gießen. So wird verhindert, dass Restwasser im Kübel bei Minustemperaturen gefriert. Aus dem Grund sollte auch bei

Minustemperaturen generell nicht gegossen werden, da gefrierendes Wasser die Pflanzen beträchtlich schädigen würde.

– Sobald die Temperaturen wieder steigen, sollte sämtliches Isoliermaterial entfernt werden, um Fäulnis zu vermeiden.

Nur exotische Pflanzen wie Zitrusbäume sollten bei fallenden Temperaturen ins Warme geholt werden, um auch im nächsten Frühjahr wieder als „Naschbaum“ auf den Balkon zu wandern.

Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V. (IVA)
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Original-Content von: Industrieverband Agrar e.V. (IVA), übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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