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Donnerstag, 30. Mai 2024

Dublin feiert Bloomsday zu Ehren von Ulysses ausgelassen / Die Unesco Literaturstadt steht am 16. Juni bei seinem jährlichen Fest ganz im Zeichen des Meisterwerks von James Joyce

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Frankfurt am Main (ots) –

Dublin ist für seine herausragenden Schriftsteller bekannt, nicht umsonst trägt die Stadt an der Liffey den Titel der Unesco city of literature. Einer der bedeutendsten Söhne der irischen Hauptstadt ist sicher James Joyce, am bekanntesten sein Werk Ulysses. Das Bloomsday Festival (12.-18. Juni) feiert diesen Roman sowie die Stadt und die Menschen in Dublin, wo er spielt. Der Roman folgt den Spuren seiner Hauptfigur Leopold Bloom durch Dublin am Donnerstag, dem 16. Juni 1904. Und seit über 70 Jahren wird dieser 16. Juni in Dublin als Bloomsday gefeiert. Inzwischen hat sich dieser Tag zu einem größeren Festival mit einem umfangreichen mehrtägigen Programm entwickelt.

Mit Straßenaufführungen, Vorträgen, Theater, Musik, Lesungen, Workshops, Wanderungen und kulinarischen Veranstaltungen erweckt das Festival die aus dem Buch bekannten Personen und Orte zum Leben. Die Fans tauchen tief ein in die Geschichte des Romans und der Stadt und kleiden sich entsprechend der Jahrhundertwende.

Zu den Dubliner Orten, die sich im Roman wiederffinden, gehören Sweny’s Chemist am Lincoln Place, der Glasnevin-Friedhof und Davy Byrne’s Pub in der Duke Street sowie der James Joyce Martello Tower in Sandycove an der Küste des südlichen County Dublin. Der Turm, der am Anfang von Ulysses vorkommt, beherbergt ein Museum mit Briefen, Fotos und einigen persönlichen Gegenständen des Autors.

Auch wer das Buch nicht gelesen hat, kann die besondere Atmosphäre und die Ausgelassenheit in der Stadt genießen. Vielleicht kommt man bei Blooms Lieblingsessen, ein Gorgonzola-Sandwich und ein Glas Burgunder, auf den Geschmack und taucht ein in die Welt von Leopold Bloom und dem Dublin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Das diesjährige Festival bietet eine komödiantische Adaption des Romans, Blooming Ulysses, und eine gewagte theatralische Reise in den Geist und das Herz von James Joyces sinnlichstem Helden, Molly Bloom, in Yes! Reflections of Molly Bloom.

Musikalische Darbietungen gibt es von der irischen Folkband Hibsen, und A Celebration of Love: Joycean Poetry & Songs wird in der St. Andrew’s Kirche stattfinden. In einer einzigartigen Veranstaltung werden die Glocken der Christ Church die Glocken läuten, die in Ulysses erwähnt werden. Auf Spaziergängen durch die Stadt wird das Dublin von James Joyce auf den Spuren von Leopold Bloom vorgestellt.

Am 15. und 16. Juni finden im Dalkey Castle and Heritage Centre besondere Veranstaltungen statt, darunter Aufführungen von Auszügen aus dem Buch und geführte Wanderungen. Neben den organisierten Veranstaltungen wird es auch spontane Lesungen in Pubs, Cafés und sogar auf den Straßen der Stadt geben, bei denen Einheimische und Besucher gleichermaßen ihre eigenen Bloomsday-Erinnerungen schaffen.

Das James Joyce Centre ist seit 1994 Organisator des Bloomsday-Festivals. Das Zentrum ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet Ausstellungen, Kurse, Vorträge und literarische Stadtrundgänge in Dublin an.

Während eines Bloomsday-Besuchs darf auch das Museum of Literature Ireland (https://moli.ie/) (MOLI) nicht fehlen. Die Abkürzung des Museums erinnert zugleich an die weibliche Hauptfigur des Romans Molly Bloom. Im MoLI sind Ausstellungen und audiovisuelle Präsentationen zu sehen und literarische Kostbarkeiten wie das „Exemplar Nr. 1“ von Ulysses zu bestaunen.

In der National Gallery hängen zahlreiche Porträts von James Joyce. Am Bloomsday sind zudem spezielle Führungen, Vorträge und ein Film geplant. Zum Leben erweckt wird James Joyce durch seine Talking Statue (http://www.talkingstatuesdublin.ie/statues/james-joyce/) in der North Earl Street. Mit dem eigenen Mobiltelefon kann man den Schriftsteller „sprechen“ hören.

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Tipps am Rande zwischen Nord und Süd

Joyce studierte am University College of Dublin. In dessen verborgenem Hinterhof ist heute noch die alte Esche zu sehen, unter der er mit Kommilitonen nach der Graduierung fotografiert wurde. Ein Muss ist die National Library und ihr Lesesaal, in dem Dedalus im „Ulysses“ über die Literatur diskutiert und wo Joyce selbst sich mit Freunden traf. Die Nationalbibliothek bewahrt viele Manuskripte von ihm und anderen irischen Schriftstellern, darunter Edna O’Brian, Seamus Heaney und W.B. Yeats. Sie können in digitalisierter Form eingesehen werden.

Nicht weit entfernt im Zentrum, umgeben von Geschäften und Pubs, kreuzen sich Molesworth- und Dawson-Street. Hier half der Romanheld Leopold Bloom einem Blinden über die Straße. Eine Plakette erinnert an diese Szene. Unweit liegt schon St Ann’s Church (aus 1720), wo Joyces Dubliner Kollege Bram Stoker heiratete, dessen Werk Dracula in diesem Jahr auf immerhin 125 Jahre seit seiner Ersterscheinung zurückweist. Ihm gehört übrigens die zweite Hälfte des literarischen Jahres 2022.

Der Weg gabelt sich. Wer hungrig ist, mag sich im Herzen von Dublin stärken wollen: vorzugsweise in Davy Byrnes Pub nahe Bewley’s Oriental Café. Hier probierte auch Leopold Bloom – bei einem Glas Burgunder – das berühmte Gorgonzola Sandwich. Es steht immer noch auf der Karte und ein Innenraum ist Molly Bloom gewidmet. Wer indes noch bummeln möchte, kann stattdessen Sweny’s Pharmacy besuchen. Zwar besteht die ehemalige Apotheke – wo Leopold für Molly Zitronenseife kauft – hier nicht mehr, doch die alten Regale und Flaschen sind immer noch erhalten, samt Erinnerungsstücken, die die Zeit im heutigen Literaturshop überdauerten. Der Laden selbst überlebt durch den Verkauf der ikonischen Seife, der Joyceschen Werkausgaben in allen Sprachen oder kleiner Notizbücher.

Trinity College darf nicht fehlen – der große Lesesaal und das Book of Kells sind touristisches Pflichtprogramm. Wobei Joyce selbst hier niemals studierte: Die Kirche gab ihm keine Empfehlung. Wer also dort – wie Leopold Bloom – nicht anstehen und bleiben möchte, wird vielleicht Berkeley Library – in Grafton St. am College Green – bevorzugen. Ihre Sammlung ist der Gegenwart verpflichtet und offen für „Normal People“ unter den Literaturfans.

Und wer sich an den als schwer zugänglich bekannten Roman nicht herantraut, kann sich helfen lassen. At it again haben ein kleines handliches Büchlein herausgebracht, das Ulysses auch für Einsteiger leicht verständlich erklärt.

Hintergrund

Das jährliche „Bloomsday“ Festival in Dublin referiert auf jenen einen Tag der epischen Handlung des „Ulysses“: auf Donnerstag, den 16. Juni 1904. Es wird vom James Joyce Centre ausgerichtet. Jeder Joyce-Fan muss es einfach einmal miterlebt haben. Ein literarisch inspirierter Urlaub in der Unesco city of literature ist besonders zu empfehlen, zumal viele Lesungen, Konzerte und Pub-Sessions die weltweite Gemeinde hier zusammenbringen werden. Wer den Weg dieses Mal jedoch nicht schafft, sollte unbedingt online mitgehen: Die Website und vor allem die „digital radio station for Irish literature“ des Musem of Literature Ireland sind nur zu empfehlen.

Wenn Sie mehr über Irische Literatur in Irland erfahren möchten, hören Sie doch einfach mal rein in den Podcast von Tourism Ireland.

Weiterführende Links:

https://www.visitdublin.com/see-do/details/dublin-writers-museum (https://go.irlnd.co/aqxend)

https://www.museum.ie/en-ie/home (https://go.irlnd.co/eka9g2)

https://heritageireland.ie/places-to-visit/st-stephens-green/ (https://go.irlnd.co/5tk9cs)

Pressekontakt:
Die Irland Information Tourism Ireland ist die touristische
Marketing-Organisation der Insel Irland: www.ireland.com /
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